Placebo: Wissen oder Glauben?

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Foto von shiva http://absfreepic.com

Der sogenannte Placebo-Effekt ist eine wissenschaftliche Tatsache, mit der sich Mediziner und Forscher abfinden müssen. Immer wieder wird in Studien und Versuchen bestätigt, dass der Glaube Berge versetzen kann und Lahme wieder gehen lässt. Und das ist gut so, denn ohne das Prinzip Hoffnung könnten wir Menschen nicht existieren. Doch was bedeutet dieser Fakt für Wissenschaftler, Ärzte und Patienten?

Definitionen

1. Placebo-Effekt:

Wenn ein Mediziner Dir Medikamente ohne Wirkstoff gibt und Dich das dann trotzdem heilt, dann spricht man von Placebo-Effekt. Placebo ist das Schein-Medikament, dass Du bekommst (Zucker- und Stärkepillen). Das ist nicht alles. Es wurden sogar schon Schein-Operationen und Schein-Akupunkturen durchgeführt! Der Placebo-Effekt ist also etwas, was eine therapeutische Wirkung auslöst durch etwas, vom dem man glaubt, dass es keine physiologische Wirkungen haben konnte.

Oder, wie es in dem Video bei 3Sat über die wundersame Spontanheilung der Silke Wachtler in der ersten Minute gesagt wird:

“Der Placebo-Effekt kann zusammengefasst werden als Wirkmechanismus, der die Selbstheilungskräfte aktiviert!”

Quelle: 3Sat Placebo – der Arzt in mir

2. Psychosozialer Kontext-Effekt:

Manche Forscher möchten die therapeutische Beziehung, also alles was sozial zwischen Arzt und PatientIn passiert, von der eigentlichen Placebo-Reaktion abgegrenzt wissen. In dem Zusammenhang wird auch von meaning response gesprochen, also einer Reaktion auf die Bedeutung.

Ein und die selbe soziale Interaktion, wenn zum Beispiel der Arzt zu beruhigen versucht, kann der einen PatientIn ein Gefühl der Sicherheit geben, während es eine andere PatientIn erst recht in Panik versetzt. Es kommt eben darauf an, welchen Hintergrund die PatientInnen haben und was es für sie bisher bedeutet hat, wenn Jemand versuchte, sie zu beruhigen.

Zitat Ärzteblatt “Das Ergebnis war, dass die informierten Patienten die beste Schmerzlinderung verspürten. „Bei diesen Patienten wirkte sogar ein Placebo stärker, als es das echte Schmerzmittel bei den uninformierten Patienten getan hatte“, schildert Linde. Für ihn ist das ein Hinweis, welch starken Einfluss der Kontext auf die Wirkung von Therapien haben kann – und auch auf die Wirkung von Placebos.”

Quelle: Ärzteblatt Placebo ein Mythos wird entzaubert

3. Aktive Placebos:

Das sind Stoffe, die Wirkungen hervorrufen, um die Teilnehmer einer Studie besser anlügen zu können. Ohne diese Nebenwirkungen würden sie sehr schnell herausfinden, dass sie nur in der Placebo-Gruppe sind!

Zitat Ärzteblatt: „Wenn Arzneimittel geprüft werden, die charakteristische und für den Patienten spürbare Nebenwirkungen haben, kann man in speziellen Fällen überlegen, ein aktives Placebo als Kontrolle einzusetzen, das vergleichbare Nebenwirkungen auslöst. Obwohl ohne dieses Vorgehen mit manchen Medikamenten eine Doppelblindstudie nicht durchführbar wäre, bestehen dabei ethische Probleme.“

Quelle: Ärzteblatt Placebo Missverständnisse und Vorurteile

(Weil lügen unethisch ist)

4. Nocebo-Effekt:

Nocebo führt durch ähnliche Mechanismen wie der Placebo-Effekt zu schädlichen Wirkungen. Diese schädliche Wirkung kann bis zum Tode führen! 

Zitat Lecturio: „Bekannt sind Fälle von Suizidversuchen mit Placebo-Präparaten, die beinahe gelungen sind, da der Proband so stark an die Wirkung glaubte, dass sie tatsächlich in einem gewissen Rahmen eintraten.“

Quelle: Lecturio Nocebo Tod durch reine Vorstellungskraft?

Zitat aus dem Video, ebenfalls in der ersten Minute:

“Es gibt Forschungen, wo man untersucht hat, wie das Wort Du wirst sterben, dazu führt, dass der Betroffene stirbt”

5. Vorgetäuschte Placebo Wirkung:

Eine solche vorgetäuschte oder falsche Wirkung findet statt, wenn Du das unwirksame Mittel zu einem Zeitpunkt bekommst, an dem Du ohnehin bald gesund geworden wärst.

Zitat Ärzteblatt: „Die Wirkung eines Placebos kann durch statistische Phänomene vorgetäuscht werden. Dazu zählen vor allem der Spontanverlauf einer Erkrankung und die Regression zur Mitte.“

Quelle: Ärzteblatt Placebo Missverständnisse und Vorurteile

6. Das Medizinische Ritual

Neue Studien haben offenbar gezeigt, dass der Placebo-Effekt auch dann wirkt, wenn die PatientInnen wissen, dass es keine echten Medikamente sind. Lügen ist also gar nicht immer notwendig. Man glaubt, dass die bloße Ausführung einer medizinischen Handlung (das Ritual) eine therapeutische Wirkung haben kann.

Zitat und Google Translate Übersetzung: “Placebo-Effekte werden häufig als „unspezifisch“ bezeichnet. Die hier vorgestellte Analyse legt nahe, dass Placebo-Effekte die „spezifischen“ Effekte von Heilritualen sind.”

Quelle: NCBI Placebo studies and ritual theory: a comparative analysis of Navajo, acupuncture and biomedical healing PDF

7. Als Argument gegen Alternativ-Medizin:

Der Placebo-Effekt wird auch argumentativ genutzt, um Dir die Wirksamkeit alternativer Methoden zu erklären und sie so gegenüber der konventionellen Medizin abzuwerten.

Merkwürdigerweise gibt es heute zu sehr vielen  sogenannten “alternativen” Mitteln immer mehr und immer bessere Studien, so dass Du dieses Vorurteil im Einzelfall genau prüfen muss.

Auch gibt es immer mehr Mediziner, welche die gleichen alternative Methoden für sich entdecken, wodurch diese plötzlich zu komplementären Methoden aufgewertet werden. Dieses Thema wird mir sogar einen eigenen Artikel wert sein.

Aber selbst wenn Menschen nur mit Placebo geheilt werden könnten – wäre das nicht ein Grund zur Freude?

Zitat Ärzteblatt: “Placeboeffekte machen sehr wahrscheinlich einen Teil, wenn nicht die Gesamtheit der Wirkung von Alternativ- und Komplementärmedizin aus.”

Quelle: Ärzteblatt Placebo Missverständnisse und Vorurteile

Die Geschichte des Placebo

Laut Wikipedia wurden Patienten bereits im alten Orient durch „Besprechen“ behandelt. Auch der Philosoph Platon wusste, dass Worte die Macht haben, zu heilen. Eine medizinische Lüge sei daher gerechtfertigt.

Im 18. Jahrhundert benutzten Mediziner den Placebo-Effekt vermutlich erstmals, um zu beweisen, dass populäre Therapien nur wirken, weil die Menschen daran glauben.

Zum Beispiel widerlegte der Naturwissenschaftler und spätere Präsident der USA, Benjamin Franklin, die Theorie des Mesmerismus. Und im Jahr 1830 bewies ein Dr. Herrmann, dass Homöopathie nur aufgrund des Glaubens der Patienten wirkte.

Der Erfinder der Homöopathie Samuel Hahnemann war im Grunde auch der Erfinder der sogenannten Alternativ-Medizin. Er lehnte viele Aspekte der damals üblichen Medizin als menschenfeindlich ab. Seine Homöopathie entwickelte er auf der Basis der Theorie, dass Gleiches mit Gleichem geheilt werden kann, was schon Hippokrates dachte. Außerdem glaubte er, das Wasser ein Erinnerungsvermögen hat, wodurch nur winzige Mengen eines Wirkstoffes ausreichend seien.

Seitdem wird der Placebo-Effekt regelmäßig in Studien genutzt, um die Wirkung von Medikamenten mit einer Placebogruppe zu vergleichen. Der Placebo-Effekt wird aber auch  selbst erforscht.

Im Jahr 2010 war der Bundesärztekammer der Placebo-Effekt so wichtig, dass man eine 205 Seiten dicke PDF-Broschüre als Stellungnahme zu dem Thema veröffentlichte, dessen erste Seite ein Zitat von Platon schmückt.

Quellen: Wikipedia Placebo,  Ärzteblatt Placebo Missverständnisse und Vorurteile, Bundesärztekammer Placebo in der Medizin (2010) und Kurzform

Drei Wirkungsweisen des Placebo:

1. Konditionierung einer Wirkung

Offenbar kann sich der Körper an die Wirkung eines Medikamentes gewöhnen und diese Wirkung durch ein konditioniertes Signal auch dann abrufen, wenn kein Medikament gegeben wird, sondern nur das gelernte Signal.

Beispiel: Wenn Jemand eine Zeit lang immer einen grünen Saft zusammen mit einem Medikament trinkt, dann führt das dazu, dass nach einer Weile und für eine gewisse Zeit, die Wirkung dieses Medikamentes nur noch durch den grünen Saft abgerufen werden kann.

Dies wird gegen Ende des Videos (Minute 40:40) oben erklärt oder in dem kürzeren Video auf dieser Seite: Planet Wissen der Placebo-Effekt

2. Die Erwartungshaltung / Suggestion oder positives Denken

Die Erwartungshaltung des Placebo-Effektes ist laut der Pharmakologischen Zeitung besonders wirksam in der Schmerztherapie. Durch die Beteiligung von Endorphinen werden körpereigene Opioide ausgeschüttet. Dieser Mechanismus wäre damit also wissenschaftlich erklärt.

Zitat Pharmakologische Zeitung: “Neben dem Opioid- trägt wohl auch das Dopamin-System des Gehirns zur Vermittlung von Placeboeffekten bei. “

Quelle: Pharmazeutische Zeitung die Heilkraft des Nichts

3. Die Arzt-PatientInnen-Beziehung

Natürlich können Gespräche zwischen Arzt und PatientIn sowohl heilsame Wirkungen auf die Gesundheit haben, als auch schädliche.

Wir alle kennen unseren Lieblings-Arzt bzw. Ärztin und wissen genau, warum wir so gerne dorthin gegangen sind. Diese Person hatte Zeit für Dich, Du hast Dich ernst genommen gefühlt, die Stimme dieser Person war beruhigend und ehrlich, der Blick freundlich, die Informationen hilfreich und verständlich und die Therapien wirkungsvoll.

Aber wir alle kennen auch den anderen Arzt bzw. Ärztin, wo wir so lange brauchten, um zu erkennen, dass uns diese Person einfach nicht gut tut.

Diese Person hat Dich nicht ernst genommen, Dich mit immer mehr Schmerzmitteln abgefertigt, Dich vielleicht angelogen, Dir Angst gemacht oder abwertende Sprüche gebracht, über Deinen Kopf hinweg entschieden, Dich bevormundet, Deine Äußerungen und Wahrnehmungen in Frage gestellt und Dir das Gefühl gegeben, eine überflüssige Bürde zu sein.

Wie können Ärzte Nocebo vermeiden?

Es stellt sich die Frage, wie viel der schädlichen Wirkung vermeidbar wäre. Aus Sicht von Medizinern wird der Nocebo-Effekt anscheinend oft nur auf das Aufklärungsgespräch über Nebenwirkung der Therapien reduziert. Das Wissen um die Nebenwirkungen löst diese erst aus, so das Argument.

Da fühle ich mich gleich viel besser, da ich nun weiß, dass mein Zweitkrebs durch die Chemotherapie mit Kanzerogenen nur Einbildung war. Auch mir wurde versichert, dass ich ohne Therapie (laut Statistik) schnell zu sterben habe, wie es auch der Frau Silke Wachtler aus dem Video im Jahr 2011 passierte. Und ja, sie lebt immer noch, Neun Jahre später, ich habe sie auf Facebook gefunden.

Laut Ärzteblatt kann man den Nocebo-Effekt am besten so vermeiden:

01. Kein Medikament soll ohne das Wissen der PatientIn gegeben werden, denn das Wissen um die Wirkung kann, wie bei Morphin, das 2-3 Fache der pharmakologischen Wirkung betragen.

02. Jede medizinische Handlung, einschließlich der Bedeutung der Handlung, soll der PatientIn erklärt werden.

03. Positive Dinge sollen angesprochen werden, jedoch ohne zu beschönigen, zu lügen oder zu verschweigen.

Zitat Ärztezeitung: “Auch die Gefahr einer Schädigung durch die Risikoaufklärung darf nicht zu einer Verletzung der Aufklärungspflicht führen, sondern kann dadurch genommen werden, indem man die zu benennenden Risiken zusammen mit dem Nutzen der Behandlung anspricht.”

04. Statt dessen sollen Maßnahmen gegen die Nebenwirkungen erläutert werden, die zu erwarten sind, wie Begleitmedikation oder engmaschige Beobachtung.

05. Den erwarteten Nebenwirkungen sollen positive Wirkungen gegenüber gestellt werden, weil das Fassungsvermögen für suggerierte Wirkungen begrenzt ist.

06. Jede Behandlung sollte so mit Worten und Gesten begleitet werden, dass eine positive Erwartungshaltung entstehen kann.

07. Auch in Zeiten, in denen noch keine medizinische Handlung erfolgt, sollte die Grundkommunikation um Menschen in Not zu begleiteten, diese Kriterien erfüllen: Begleitung, Achtung, Kontakt, Wohlbefinden, Anleitung, Zuversicht, Informationen, Sicherheit, Kontrollrückgabe und Heilung.

Quelle: Ärzteblatt Nocebo-Effekt von der Macht der Worte

Ich bin mal so frei zwei Punkte hinzuzufügen, die mir persönlich wichtig sind:

08. Niemals einer PatientIn sagen, dass sie sterben wird, falls sie die konventionelle Therapie verweigert oder die konventionelle Therapie versagt hat.

Das löst Angst aus und ängstliche PatientInnen haben ein erhöhtes Risiko , einen Nocebo-Effekt zu entwickeln. Aus dem gleichen Grund sollte man Angst generell nicht als Therapie-Motor einsetzen. Selbst PatientInnen, denen Unheilbarkeit bestätigt wurde, die angeblich nur noch 3 Monate zu leben hatten, leben noch Jahrzehntelang weiter oder fanden ihren eigenen Weg zur Heilung, wie Silke Wachtler, aus dem Video.

Jede PatientIn hat ihre eigene Geschichte und ihre eigene Nutzen-Risiko-Bewertung und das Recht, selbst über ihren Körper und ihre Gesundheit zu entscheiden.

Zumal sie auch mit den Nebenwirkungen weiter leben muss und eine konventionelle Therapie nie mit einer Heilungsgarantie kommt, besonders nicht bei Krebs.

09. Niemals so arrogant sein, zu sagen, dass alternative Mittel nur durch Placebo wirken. Oder der PatientIn einreden, dass alternative Medizin nicht ausreichen wird.

Es kommt hier sehr auf die Definition und die Studienlage der sogenannten alternativen Methode an. Alternativ bedeutet heutzutage nur, dass konventionelle Medizin zugunsten einer anderen Methode abgelehnt wird, egal um welche Methode es sich handelt. Das ist unwissenschaftlich und unlogisch.

So wird beispielsweise die Mistel-Therapie gerne von Ärzten angewandt, obwohl man bisher noch keine der angenommenen Wirkungen wissenschaftlich sicher nachweisen konnte.

Und andere sogenannte alternative Mittel wie CBD-Öl oder hochdosiertes Boswellia werden in immer mehr Studien als Wirksame Mittel bei Krebserkrankungen bestätigt und von mehr Ärzten als echte Medizin entdeckt, spielen aber noch keine Rolle in der Onkologie.

Zitat von Lecturio: “Suggestibilität  ist die Eigenschaft eines Menschen, sich Dinge einreden zu lassen, die nicht tatsächlich vorhanden sind. Oder wissenschaftlich: Es ist die Bereitschaft zur Übernahme fremder Gedankengänge oder Vorstellungen zu Ungunsten der eigenen Realitätsbezüge.”

Quelle: Lecturio Nocebo Tod durch reine Vorstellungskraft?

Welche Rolle spielt der Glaube an Erfolg?

Es gilt als eine Binsenweisheit, dass Du es gar nicht erst versuchen wirst, wenn Du nicht daran glaubst, dass Du es schaffen kannst. Dein Glaube an Misserfolg wird so zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Auch die Aufforderung zum positiven Denken bzw. der “richtigen” Einstellung, schlägt in die gleiche Kerbe. Ohne den Glauben an Erfolg scheint Erfolg unmöglich zu sein.

Der psychologische Begriff dafür lautet Selbstwirksamkeit und wurde von Albert Bandura (US Psychologe) um 1960 geprägt.

Zitat Psychomeda: “Die Überzeugung, eine Handlung erfolgreich ausführen zu können, bezeichnete Bandura als Selbstwirksamkeits-Überzeugung, wobei in vielen Fällen unerheblich ist, ob die Person tatsächlich zur Ausführung in der Lage ist oder nicht: Ohne Selbstwirksamkeits-Überzeugung werden Herausforderungen oft nicht angenommen.”

Quelle: Psychomeda.de

Das dieser Glaube an Erfolg auch auf den Bereich der Gesundheit anzuwenden ist, lehrt uns schon die Bibel. Als Jesus mit seinen Jüngern in der Gegend herumläuft, wird er immer wieder von Menschen verfolgt, die ihn um Heilung bitten. Jesus kommentiert seine Heilungen oft mit der Aussage: “Dein Glaube hat Dich geheilt!”

Zitat Bibel aus Hoffnung für alle: Mt 17,20 »Weil ihr nicht wirklich glaubt«, antwortete Jesus. »Ich versichere euch: Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn, könnt ihr zu diesem Berg sagen: ›Rücke von hier nach dort!‹, und es wird geschehen. Nichts wird euch dann unmöglich sein!”

Quelle: BibelServer Hoffnung für alle Matthäus 17,20

Das Phänomen der Spontanheilungen

Es gibt seltene Spontanheilungen bei Krebs. Auch die Frau Silke Wachtler aus dem Placebo-Video betrachtet ihre Heilung als Spontan-Heilung. Ob diese Spontanheilungen wirklich so selten sind oder einfach nur oft nicht erkannt werden, kann wohl heute noch niemand sagen. Auch könnte es möglich sein, dass die Mechanismen, die zu einer Spontanheilung führen, irgendwann  erklärt werden können.

Zitat aus Ärzteblatt: “Allenfalls aber entfällt auf 60 000 bis 100 000 Malignomkranke eine Spontanremission. Die Dunkelziffer ist sicher sehr hoch. Bei häufigen Tumoren, wie beispielsweise Bronchial-, Magen- und Kolonkarzinomen, sind Spontanremissionen äußerst selten, bei einigen selteneren Tumoren dagegen relativ betrachtet etwas häufiger. Dies sind zum Beispiel maligne Melanome, Nierenzellkarzinome, maligne Lymphome und kindliche Neuroblastome. „Auf diese Malignome entfallen mehr als 50 Prozent der Spontanremissionen“, erläuterte Kappauf und liefert auch eine Erklärung dafür. „Für diese Tumorentitäten standen lange Zeit keine spezifischen Therapien zur Verfügung. Einem Behandlungsversuch wurde daher in Studien meist eine Kontrollgruppe ganz ohne Therapie gegenübergestellt. Spontanremissionen konnten so gut auffallen.”

Quelle: Ärzteblatt Spontanremissionen ein reales, aber seltenes Phänomen

Als mögliche Ursache für die dokumentierten Spontanremissionen werden in dem Artikel folgende Aspekte genannt:

  • Zelltod durch immunologische Vorgänge
  • Hormonelle Einflüsse
  • Wenn durch bestimmte Proteine verhindert wird, dass ein Tumor-Rest nach einer Operation sich neue Blutgefäße baut und der Tumor dadurch abstirbt
  • Tiefe Gläubigkeit bei einigen dokumentierten Fällen
  • Psychosoziale Faktoren, die psychoimmunologische Mechanismen in Gang setzen
  • Alternative Behandlungsmethoden und Ernährungsumstellung

Zitat Ärzteblatt: “Internationale Studiengruppen sammeln seit einigen Jahren alle verfügbaren Daten, in Deutschland beispielsweise Gruppen des Klinikums Nürnberg und Universitätsklinikums Heidelberg. Ihre ernüchternde Botschaft: Beim heutigen Wissensstand gibt es keine Empfehlungen, wie eine Spontanremission zu fördern wäre.”

Wenn alternative Methoden wirklich nur den Effekt haben, durch Placebo zu heilen oder zu Spontanheilungen zu führen, warum wird dann so eindringlich davor gewarnt? Dadurch nimmt man den Menschen die Chance auf ihre eigene, persönliche Spontanheilung!

Was genau hat Silke Wachter im Jahr 2011 gemacht, um zu ihrer Spontan-Heilung zu kommen? Nach ihrer eigenen Aussage auf der Seite FASIMA:

Zitat Silke Wachtler auf FASIMA: “Ich änderte vom Tag der Diagnose an einfach alles: ich stellte meine Ernährung auf vegan, vollwertig und zuckerfrei um, nahm verschiedene Nahrungsergänzungen, Tees, Gewürze und Vitamine ein, entsaftete fortan täglich eigene Bio-Säfte, zog Sprossen, bewegte mich mehr, fokusierte all meine Gedanken und Energien auf Gesundheit und Liebe, betrieb strenge Gedankenhygiene und Meditation, versuchte zu verzeihen, ….”

Foto von jimmyfortune http://absfreepic.com

Eine Sache hab ich jedenfalls dabei gelernt, oder zwei:

Glaube nicht, wenn Jemand Dir sagt, dass Du bald stirbst!

Las Dir nicht den Glauben an die Wirksamkeit Deiner eigenen Entscheidungen  und Handlungen nehmen!